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Prof. Dr. Friedrich Schramek – Germanist und Humorist

Am 16. Mai 2026 hätte OStR Prof. Dr. Friedrich Schramek das 100. Lebensjahr vollendet. Als Germanist und Humanist zählt dieser humorvolle Freund der Schüler in der langen Geschichte des Francisco Josephinums zu den Professorenlegenden und ist mit seinem Spitznamen „Blue“ Generationen von Josephinern in guter Erinnerung.

Mit 24 Jahren schloss Friedrich Schramek 1950 mit der Promotion sein Lehramtsstudium für Deutsch, Geschichte und Philosophie an der Universität Wien ab. Nach Wieselburg verschlug es ihn erst einige Jahre später. Nach dem Einstieg in das Berufsleben – erst als Erzieher im Land Salzburg und von 1955 bis 1957 als Fahrdienstleiter in Linz – kam er als Vertragslehrer in das FJ und wirkte von 1957 bis 1988 erfolgreich und beliebt als Lehrer für Deutsch, Englisch und Geschichte. Prof. Dr. Friedrich Schramek verstand es in einer Zeit, als die Allgemeinbildung im FJ noch nicht jene Bedeutung hatte wie heute, in seinen Unterrichtsstunden immer auch Querverbindungen zur Kunst – und Musikgeschichte herzustellen und vermittelte nicht nur Wissen in klassischer Literatur, sondern informierte auch über große Literaten der ersten Hälfte im 20. Jahrhundert wie Camus, Hemingway, Miller oder Sartre und viele andere. Als Deutschlehrer war er stets bestrebt, in den Schularbeiten Rechtschreib- oder Fallfehler nicht über zu bewerten, wenn das Bemühen und Inhalte erkennbar war. 

Besonders freundliche Beziehungen pflegte Friedrich Schramek zum landwirtschaftlichen Maturajahrgang 1962, mit 49 Schülern der größte in der Geschichte des FJ. Zu dieser Zeit berechtigte die Matura im FJ noch nicht zum Weiterstudium an der damaligen Hochschule für Bodenkultur. Vor einer Prüfungskommission beim Wiener Stadtschulrat musste in den Fächern Deutsch, Englisch, Geschichte und Philosophie eine Ergänzungsmatura abgelegt werden. Sieben Schüler dieses Jahrgangs entschlossen sich nach dem FJ das Studium der Landwirtschaft an der Hochschule für Bodenkultur zu beginnen und haben auch erfolgreich abgeschlossen. Ihnen war Prof. Dr. Friedrich Schramek  besonders verbunden und hat ihnen auch das offizielle Lehrbuch des berühmten Wiener Literaturprofessors Wilhelm Sanz „Aus dem Reichtum der Dichtung“ nähergebracht, das für die Zusatzmatura in Deutsch und Literatur vorgeschrieben war. Die Prüfungskommission zeigte sich aber beeindruckt, als die „Wieselburger Bauernbuben“ auch das Literaturskriptum von Friedrich Schramek als Lernunterlage vorlegen konnten. In guter Erinnerung blieb auch die jahrgangsinternen Fußballspiele zwischen den Mannschaften mit Klassenvorstand Günther Hilscher (1929 bis 2016) als Verteidiger und Friedrich Schramek als Tormann und klugem Taktiker. Der beliebte Pädagoge auch als Tennislegende bekannt, starb mit 78 Jahren 2003 und wurde in Wieselburg beigesetzt. 

Zusammen mit Friedrich Schramek ist aus der Sicht des landwirtschaftlichen Maturajahrgangs 1962 auch Prälat DDr. Karl Pfaffenbichler, Theologe und Philosoph, zu erwähnen. Als Benefiziat in Pöchlarn von 1959 bis 1962 war er als Religionslehrer im FJ tätig und ist am 23. Juni 2002 im 86. Lebensjahr, Theologie – Professor in St. Pölten, gestorben. Er vermittelte im Religionsunterricht auch philosophische Kenntnisse, was den Weiterstudierenden an der Hochschule für Bodenkultur sehr geholfen hat. 

Prof. Dr. Friedrich Schramek, der in Wieselburg auch als Tennis – Legende in Erinnerung ist, starb mit 78 Jahren 2003 und fand auf dem Ortsfriedhof seine letzte Ruhestädte. 

Gerhard Poschacher

Landwirtschaftlicher Maturajahrgang 1962